Studienende? Na endlich!

2017 will ich endlich meinen Master beenden!“ – So lautete der Beschluss irgendwann im Oktober letzten Jahres. Ich mein‘, ich habe sowieso schon überzogen, gelte vermutlich als verpönte Langzeitstudentin. Mit 27 wird es endlich Zeit. Vor der 28 will ich den Abschluss in der Tasche haben und das Kapitel „Studium“ abschließen. Für mich also eine knappe Deadline, die ich jetzt einhalten will. Ich hatte einige Kurse geschoben, mir bei der Absolvierung von Leistungsnachweisen enorm viel Zeit gelassen, und vor allem nach der Geburt von Emilie, eine Pause gegönnt. Aber ich mache mir keinen Vorwurf, dass ich mein Studium recht frei und oft auch familiengerecht gestaltet habe.
Als ich im Oktober beschloss, das Studium endlich zu Ende zu bringen, fehlte mir noch die Anerkennung meines Praxissemesters und das richtige Thema, mit dem ich mich beschäftigen werde. Denn wenn ich mich 6 Monate mit etwas intensiv befassen will, dann nur, weil mich das wirklich interessiert und ich darin einen Mehrwert für die Forschung sehe. Das hat sich ein wenig gezogen, weil gewisse Prozesse an der Universität noch sehr langsam ablaufen. Mein erstes und favorisiertes Thema wurde bei zwei Professoren nicht angenommen und in der Germanistik mag sich niemand ein hundertstes Mal mit Goethe beschäftigen. Bis man also ein Thema gefunden hat, die Bibliographien stehen, man genug Materialien zusammen hat, um eine Leitfrage zu konstruieren, können manchmal einige Wochen vergehen. Bis gestern. Gestern habe ich meine Anmeldung ausgefüllt, und arbeite gerade an einem vorläufigen Expose. Das alles muss in paar Tagen dann nur noch am richtigen Ort unterschrieben und abgegeben werden und dann geht es auch schon los. Ob ich Angst habe? TOTAL! Ich hatte schon beim Bachelor enorm gezweifelt, ob ich es denn je schaffen würde, aber dieses Mal ist es eine andere, noch weitaus schwerere Herausforderung. Mit Kind war das Studium nicht immer einfach – es gab Wochen, da wollte ich einfach nur alles hinschmeißen – aber rückblickend nicht unmöglich. Ich nehme die Herausforderung an, es ist ein letzter Schritt, und bin dank‘ Rückhalt von Familie und Freunden positiv gestimmt, den Abschluss zu schaffen.