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Familienurlaub auf Zypern

In den letzten zwei Jahren gab es etwas, das in unserem Familienleben viel zu kurz kam, nämlich Urlaub. Die Hochzeit hatten wir endlich hinter uns gebracht und somit auch wieder mehr Zeit für uns. Ich brauchte richtigen Urlaub, kein „Akku aufladen ohne Kind“ an einem Wochenende, sondern Wegfliegen, nettes Hotel, gutes landestypisches Essen, Strand, Meer und viel Erholung. Ich brauchte nach dem ganzen Stress eine Pause. Es sollte eine Art Mini Moon werden. Der große Honeymoon war für uns dieses Jahr nicht mehr drin und mir war es wichtig, mal wieder als Familie ein bisschen Zeit miteinander verbringen zu können, die in dem Hochzeitstrubel häufig untergegangen ist oder auch gar nicht stattfand. Der letzte große Urlaub mit Emilie war an der Nordsee, und der lag auch schon zwei Jahre zurück. Also war es wirklich wieder an der Zeit die Koffer zu packen und für einige Tage abzuhauen.
Neben der Planung des Resturlaubs und anderer Termine war das Finden des Urlaubsziels die nächste Herausforderung. Zwei Dinge waren uns wichtig: Minimum 24 Grad und genügend Sonne sowie Strand und Meer. Als es klar wurde, dass wir erst Ende Oktober weg können, fielen viele Urlaubsorte von alleine weg. Alle bekannten Ziele mit kurzer Flugdauer wie Mallorca oder Teneriffa kamen nicht mehr in Frage, weil es Ende Oktober zu kalt für einen klassischen Strandurlaub gewesen wäre. Andere, die unsere Bedingungen erfüllten, schieden aufgrund der politischen Lage aus oder hatten eine zu lange Flugdauer, die wir einem reisekranken Kind mit vier Jahren nicht zumuten wollten.
So blieb ich recht schnell bei Zypern hängen, fand bei der Recherche heraus, dass es dort zu unserer Reisezeit noch warm genug für Strand und Meer ist, die Preise unser Budget nicht sprengen und Kinderfreundlichkeit an allen Ecken groß geschrieben wird.

Fig Tree Beach
Erste stürmische Tag auf der Insel
Anreise

Unsere Reise war eine Pauschalreise, die wir über FTI buchten. Das machen wir selten, weil wir die Reisebausteine lieber selbst zusammensuchen, da es oftmals viel billiger ist. In dem Fall hat sich tatsächlich die Pauschalreise gelohnt, denn die Flüge wären separat viel teurer gewesen. Es gibt im griechischen Teil Zyperns zwei Flughäfen, die angeflogen werden: Paphos und Larnaka.
Beide Flughäfen werden von diversen großen und bekannten Fluggesellschaften angeflogen, wie zum Beispiel Lufthansa, Condor, Austrian Air und LOT. Wir entschieden uns für Condor, weil sie aktuell Larnaka einmal wöchentlich von Frankfurt am Main direkt anfliegen. Andere Fluggesellschaften haben meistens einen Stopp in Wien oder Warschau. Für uns war Condor die ideale Wahl: um 3 Uhr morgens fuhren wir gemütlich an den Flughafen und schon 4:45 Uhr startete unser Flieger in Richtung Urlaub. Abwicklung und Flug verliefen bestens. In Larnaka angekommen ging es nach der Grenzkontrolle und Personenregistrierung schnurstracks zum Shuttle, der uns nach ca. einer Stunde Fahrt ans Hotel brachte. Alles ging problemlos vonstatten. Gewöhnungsbedürftig ist natürlich der Linksverkehr, aber so lange man nicht selbst fährt, gewöhnt man sich schnell dran.

Idyllische Sonnenuntergänge
Hotel: The Blue Ivy Hotel & Suites

Ich suchte nach einem Hotel das zwei Wünsche vereinte: es sollte eine Art Boutique Hotel sein, das Familien mit kleinen Kindern ebenfalls willkommen heißt. In der beginnenden Nebensaison erschien das kein Problem zu sein. Beim The Blue Ivy Hotel & Suites wurde ich fündig, das mit 120 Zimmern auf vier Etagen und einer ansprechenden Optik überzeugte. Das Hotel liegt einige Meter vom öffentlichen Strand, Sunrise Beach, entfernt. Neben zwei Restaurants und zwei Bars, gibt es zwei Außenpools, freies WLAN, ausreichende Parkplätze, einen Fitnessraum, Sauna sowie einen überschaubaren SPA-Bereich, in dem einige Behandlungen angeboten werden. Zudem ist das Hotel barrierefrei.

Im Hauptrestaurant Utopia gab es Frühstück, Mittag- und Abendessen in Buffetform. Das Angebot variierte täglich (je nach kulinarischem Motto) und bot viel Auswahl für den kleinen und großen Hunger. Mal gab es typisch zypriotische Küche, mal wurde italienisch, asiatisch oder international gekocht. Auch das Frühstück war reichhaltig, wenn auch tendenziell britisch angehaucht. Der Restaurantbereich war sehr gepflegt und sauber. An der Poolbar bekam man ebenfalls leckere Snacks und kühle Getränke. Diese wurde aber zum 1. November, da an dem Tag offiziell die Hauptsaison endete, geschlossen, was aber für uns kein Problem darstellte, da wir häufiger den Tag am Strand als am Pool verbrachten.
Im Restaurant Ambrosia konnte man á la carte speisen und die Bar in der Lobby bot Drinks, Cocktails und Kaffee an. Alles in allem war das Angebot, um vor Ort zu essen, ausreichend, trotz Nebensaison.

Das Hotelpersonal machte einen sehr guten und professionellen Eindruck: sie waren überaus freundlich, hilfsbereit und stets zur Hand. Die Bedienungen sind sehr herzlich gewesen und waren immer sehr flott unterwegs. Auf die Getränke oder andere Wünsche musste man nicht lange warten. Mit Englisch oder Russisch kommt man am besten zurecht. Vereinzelt wird auch Deutsch gesprochen. Auch außerhalb des Hotels dominieren Englisch und Russisch. Da das Hotel relativ neu ist, wurde es intensiv gepflegt und immer sauber gehalten. Das Gleiche galt für die Zimmer. Wir hatten am ersten Tag ein Problem mit dem Safe und innerhalb von Minuten kam der Hausmeister und hat uns geholfen. Und dabei auch noch ein paar Anekdoten aus seinem Leben erzählt, was wir sehr sympathisch fanden.
Unser Zimmer war ein Doppelzimmer mit seitlichem Meerblick. Die Umgebung um das Hotel wurde auf den Bildern etwas beschönigt, denn außen war es nicht grün, sondern braun und der Platz um das Hotel herum ähnelte einem Bauplatz. Die Größe des Zimmers war ausreichend und die Ausstattung entsprach einem Hotel mit vier Sternen. Das Bad war etwas klein und die Lüftung lief 24h, was wir zu Beginn etwas störend empfanden, aber irgendwann durch das Schließen der Türen ignorieren konnten. Emilie hatte sogar ihr eigenes „Bett“, was sie sehr freute. Das Zimmer wurde täglich gründlich gereinigt, da gab es nichts zu beanstanden.

Strände

Wenige Meter vom Hotel entfernt befand sich der Strandabschnitt Sunrise Beach mit einer netten Promenade, Restaurants und weiteren Hotels. Zu unserer Reisezeit war es wie ausgestorben, nur noch wenige Menschen tumelten sich vor Ort, daher hatten wir, was die Lage am Strand betrifft, großes Glück: es gab ausreichend Platz für alle. Mit dem Ende der Hauptsaison schlossen auch so nach und nach die meisten Cafés und Restaurants an der Promenade. Das war deshalb schade, weil wir zum Lunch entweder immer zum Hotel zurück mussten, und das von der recht kurzen Zeit am Strand abging, oder man sich sehr lange auf die Suche nach einem passenden Foodspot machen musste. Denn nach der Zeitumstellung geht in Zypern gegen 16:00 Uhr so langsam die Sonne unter, sodass man sehr früh seinen Tag starten muss, um in der Jahreszeit ausgiebig das Meer genießen zu können. Wenn die Sonne weg ist, wird es richtig frisch und teilweise ungemütlich! Deswegen war uns jede Minute wichtig, die wir am Strand verbringen konnten.
Am Strand konnte man es sich überall bequem machen. Liegen und Schirme gab es gegen einen Aufpreis von 2,50 Euro pro Tag und pro Equipment. Man hätte aber auch sein Strandhandtuch auslegen können, das wäre ebenfalls okay gewesen. Da es im Oktober und November auch schon einige kühlere Tag gibt, war es am Sunrise Beach zeitweise etwas stürmischer und die Wellen schlugen recht hoch. Deshalb haben wir uns die Tage darauf noch andere Strände angeschaut.
Einige hundert Meter weiter war der Fig Tree Beach: eine kleine Bucht umzäunt von Feigenbäumchen, daher auch der Name. Auch hier war der Sand sehr fein und das Wasser türkisblau. Als es richtig stürmisch und windig war, konnte man wunderbar die Surfer in dieser Bucht beobachten.

Auf Empfehlung einer Einheimischen besuchten wir die Strände in Ayia Napa, die sich bei der Urlaubsplanung mit dem türkisblauen Wasser und den weißen Stränden sofort ins Gedächtnis brennen. Dafür fuhr man mit dem Bus einige Kilometer weiter südlich, die hier in der Hochsaison im Minutentakt die Touristen von A nach B bringen. Erste Station war der Glyki Nero Beach, der sich für uns als Familie mit Kleinkind als Paradies entpuppte, denn es war absolut windstill und man konnte meterweit ins glasklare Meer laufen. Das sah man auch an der Anzahl von Familien und Kindern, die hier verweilten. Der Glyki Nero Beach ist umzäunt von Felsen und liegt etwas tiefer als alle anderen Strandabschnitte, sodass es hier schön windstill und verhältnismäßig ruhig war. Das war einer unser liebsten Strände. An den Felsen entlang konnte man sogar ein wenig schnorcheln und von den Klippen springen.

Yay for vacay! Hut: Katie Loxton // Sonnencreme: Bali Body

Wir haben auch noch den berühmtberüchtigten Nissi Beach besucht, der zwar sehenswert ist, aber für uns mit Kind eher weniger geeignet war. Nissi Beach ist als Partyhochburg für ein junges Publikum bekannt und auch noch in der Nebensaison tummeln sich viele Feierfreudige dort. Es lief an jeder Bar – und davon gibt es dort einige – laute Musik, die Liegen standen extrem eng beieinander und ständig stolperte man über Flaschen und Plastikbecher. Es war uns einfach zu voll und zu laut (und das sage ich als Mutter!). Kinderlärm hat dann doch eine andere Lautstärke als eine dauerhafte Musikbeschallung aus allen Ecken. Auch wir hatten uns dann trotz Kind ein bisschen nach Ruhe gesehnt. Das Angebot an Strandaktivitäten war überall recht überschaubar und ähnelte sich: Paragliding, Tretboot, Jetski, Bananaboot, Unterwasserboote uvm. Das Angebot wurde zum Ende der Saison immer weniger, war aber auch für uns weniger von Interesse.

Sonnige Stunden am Sunrise Beach in Protaras

Was uns an allen Stränden positiv aufgefallen ist: es gab keine nervigen Strandverkäufer oder dubiosen Anbieter, die einen massieren oder die Zukunft aus den Händen lesen wollten. Man hatte da echt seine Ruhe. Hingegen hat uns der Verbrauch an Plastik, der auch noch im Meer landet, tatsächlich sehr erschrocken. Egal wo man was kaufte, man bekam eine kostenlose Plastiktüte in die Hand gedrückt. Am Strand lag der ganze Plastikmüll in verschiedenen Dimensionen verstreut herum, an einigen Ecken sogar Sperrmüll, und als Chris mal schnorcheln gegangen ist, bestätigte er unseren Verdacht, dass es da unten am Meeresboden noch weitaus viel schlimmer aussieht als am Strand. In der Hinsicht muss noch viel getan werden.

Spaziergänge an der felsigen Küste
Essen, Sightseeing & Aktivitäten

Ein sehr wichtiger Punkt für uns war das einheimische Essen. Denn mit der zyprischen Küche kommt man in Deutschland nur wenig in Berührung. Diese wurde im Laufe ihrer Geschichte immer wieder von den Griechen sowie Türken stark beeinflusst, sodass man hier gut aufgehoben ist, wenn man die eine oder andere Küche mag. Es dominieren Grillgerichte, eine große Bandbreite an aromatischen Gewürzen, Eintöpfe und Suppen, gegrilltes oder gebratenes Gemüse, Beilagen in Form von Bulgur und Reis, Halloumi in allen möglichen Variationen (Nationalgericht Zyperns) und exotische Früchte wie Granatäpfel, Orangen, Feigen und Grapefruit. In Protaras selbst gab es viele internationale Restaurants, die eher auf die Gaumen der Touristen angepasst sind: von britisch, deutsch, asiatisch oder italienisch – wer die zyprische Küche nicht mag, wird in den Tourismushochburgen definitiv fündig und glücklich. Neben dem üppigen Angebot an Speisen im Hotel, versuchten wir es auch mal mit auswärts essen gehen. Uns zog es dann etwas weiter weg, auf Empfehlung einer Bedienung in unserem Hotel, in eine typische Fischtaverne (Karas Fish Tavern), die sich als Volltreffer herausstellte. Obwohl Fisch nicht zu den traditionellen Gericht des Landes gehört, konnten wir dort eine richtig leckere Meze mit Fleisch und Fisch essen. Meze sind eine Art Tapas in Zypern, es werden verschiedene kleine Gerichte serviert. Was auf den ersten Blick wenig aussah, entpuppte sich als Abendessen für zwei Personen. Das Ambiente ist weniger luxuriös, dafür setzt man auf Tradition und Gemütlichkeit. Ein großes Plus war der Kinderspielplatz bzw. die Spielecke für Kinder, sodass wir Erwachsene tatsächlich in Ruhe und ohne nerviges Geplärre am Tisch essen konnten. Im Übrigen findet man diese Kinderspielecken in wirklich jedem Restaurant.
Wir haben uns aber auch immer spontan entschieden, auf was wir Lust hatten und mussten uns auch immer wieder auf unser Kind einstellen. Lange Wege waren da leider nicht immer drin, da wir diesmal bewusst auf einen Buggy verzichtet haben. Wo viele Touristen sind, gibt es auch viele Restaurants, Bars und Cafés. Es empfiehlt sich, entweder die Einheimischen zu fragen (das ist immer meine erste Wahl) oder via Google ein paar Örtlichkeiten rauszusuchen.

Kulturelle Highlights haben wir bei diesem Urlaub bewusst ausgelassen, weil es aufgrund der kurzen Zeit und mit einem vierjährigen Kind einfach zu stressig geworden wäre. Das wollten wir uns ersparen. Wir haben ein wenig Ayia Napa erkundet, in den Boutiquen gebummelt, Souvenirs geshoppt, erkundeten einige Abschnitte an der Küste zu Fuß, waren in einem großen Supermarkt und haben uns mit ein paar leckeren Lebensmitteln eingedeckt. Wenn man sich ein bisschen erkundet, merkt man schnell, dass im Westen der Insel die Vielfalt an kulturellen Ausflugsmöglichkeiten größer ist, unter anderem gibt es dort archäologische Ausgrabungsstätten, Museen, Parkanlagen, Gräber, Denkmäler, Monumente, Kirchen und Klöster zu sehen, da die Region um Protaras und Ayia Napa eher auf den klassischen Strandurlaub ausgelegt ist. Pilger- und Wanderwege sind ebenfalls vorhanden und sehr beliebt. Mit Kindern kann man schöne Bootstouren machen oder Wasserparks besuchen. An den Stränden werden die üblichen Aktivitäten angeboten. Langweilig wird es hier einem definitiv nicht.

Hafen in Ayia Napa
Fazit

Beim Fazit muss ich eine Sache ausklammern und darf sie nicht in die Bewertung einfließen lassen, auch wenn sie unseren Urlaub stark beeinflusst hat: mit Kind haben wir uns den Urlaub doch ein wenig anders (entspannter) vorgestellt. Die Rahmenbedingungen waren dennoch ausgezeichnet.
Insgesamt hat die Insel bei uns einen positiven Eindruck hinterlassen, obwohl es schon Ende der Saison war. Die Strände sind für Familien mit Kindern ideal, das Hotel und Personal haben uns positiv überrascht und das Essen war genau nach unserem Geschmack. Wir würden bei einem erneuten Besuch eventuell eher Anfang oder Mitte Oktober bevorzugen, und ein paar kulturelle Hotspots besichtigen, aber fürs erste Mal (vor allem mit einer Vierjährigen) war das Programm ausreichend.

Disclaimer: Bitte beachte, dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung, da Marken sichtbar sind und/oder erwähnt werden. Dieser Blogbeitrag wurde nicht in Kooperation, im Auftrag, gegen Bezahlung und/oder mit Pressesamples erstellt. Bei weiteren Fragen zu dem Thema kannst du mich gerne kontaktieren.

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