Familylife

Editor’s Letter: My big babygirl is turning four

Bevor der neue Lebensabschnitt eingeläutet wird, kurz mal inne halten: BÄM – Vier! Morgen hat Emilie Geburtstag und obwohl dieser Tag der wichtigste in unserem Leben ist, so sehr bin ich immer wieder überrascht, wie sehr mich das Ereignis und die Emotionen des Tages damals aufs Neue überrumpeln. Denn dann ist es wieder an der Zeit das ganze Jahr mit seinen Entwicklungen, positiven wie negativen Erfahrungen, Ereignissen und Möglichkeiten Revue passieren zu lassen.

Ein Jahr, volle 365 Tage – Sentimentalität überfällt uns, weil wir auch wissen, wie wundervoll und schwer zugleich manche Phasen waren. Diese Ambivalenz löst ganz viel in uns aus, weil uns das Elternsein bisher am stärksten prägte und veränderte.
An mir selbst sehe ich optisch kaum eine Veränderung, obwohl ich nächstes Jahr die 30 knacke. Von grauen Haaren und Falten kann dennoch keine Rede sein. Nur an Emilie sehe ich immer wieder, was sich in den letzten Wochen und Monaten getan hat: Dass sie wieder einen Sprung gemacht hat, größer geworden ist und ich den Kleiderschrank ausmisten muss, dass sie sich in ganzen Sätze artikulieren kann und jeden Tag rasant ihren Wortschatz erweitert („Mama, Scheiße sagt man nicht!“), dass sie wachsam, neugierig und wissbegierig geworden ist, dass sie sich die Zeit nimmt, wen sie diese braucht, dass ich ihr mittlerweile in vielen alltäglichen Dingen absolut vertrauen kann, dass ihre Charaktereigenschaften mehr und mehr im Alltag zur Geltung kommen, dass sie ihre Vorlieben aber auch Abneigungen prägnant zum Ausdruck bringt, dass sie eigene Interessen entwickelt und dass sie mehr und mehr eigene Entscheidungen treffen kann. „Ich bin doch kein Baby mehr“, sagt sie öfter mit fester Stimme und guckt uns schelmisch an. Nein, sie ist nicht mehr das kleine Baby, das sie damals am 22. Oktober war, als wir uns zum ersten Mal begegneten.

Emilies vierter Geburtstag | Dailymoments.de

Punkt 17.22 Uhr trat sie in unser Leben und der Start war ziemlich holprig. Die erste Zeit war hart – so hart, dass ich gelegentlich daran zweifelte, diesem kleinen Wesen und dem Brocken an Verantwortung je gerecht zu werden. Konnte ich die Mutter sein, die ich sein wollte? Die von mir erwartet wird? Wir kämpften uns durch unseren neuen Alltag und die vielen neuen Aufgaben: mal mit Freude, purem Glücksgefühl und Liebe, aber manchmal auch mit Frust, Wut und Tränen. Mein Gott, hatte ich Schiss vor diesem Mutterding. Und was war? Emilie hat mir in allem gezeigt, dass ich gar keine Angst brauche. Vor was denn? Liebe löst einfach alles. So klein wie sie sind, so viel wie sie bringt uns niemand bei. Ich konnte mich von alten Marotten trennen und neue, bessere Eigenschaften dazu gewinnen.
Als wir auf den zweiten und dritten Geburtstag zusteuerten, warnte man uns, dass man noch ein wenig Durchhaltevermögen braucht. Die 2 und 3 sind ganz schwierig, da tut sich vieles beim Kind. Als ich das hörte, machte sich in mir ein wenig Panik breit. Einfach war es zeitweise nicht, das gebe ich zu, aber es wurde mit der Zeit eigentlich einfacher statt schwerer. Aber auch ich bin mir bewusst, dass es neue Herausforderungen geben wird, denen wir uns als Eltern stellen müssen und werden. Aber Angst empfinde ich keine mehr, denn in den kleinen unbemerkten Momenten wird mir deutlich, dass wir es irgendwie geschafft haben, mit ganz viel Liebe, Zuneigung und Fürsorge bis dahin ein cooles Kind großzuziehen. Manchmal könnte ich vor Stolz platzen!
Es beginnt das fünfte Lebensjahr und ich freue mich auf diese neuen Herausforderungen. Wir steuern so langsam auf neues, unbekanntes Terrain zu: die ersten Freundschaften und Auseinandersetzungen im Kindergarten, Nutzung digitaler Medien, Vorbereitungen zur Vorschule, räumliche Veränderungen, neue Interessen und die ersten Hobbys, Entwicklung eines eigenen Geschmacks, neue Verpflichtungen wie Schwimmunterricht, Kindergeburtstage und Musikschule sowie bunte, schrille Diskussionen, ob man bei 10 Grad das allerliebste Sommerkleid mit Elsa-Motiv und quietschbunten Gummistiefeln tragen kann. Man könnte sagen: die Erziehung ist in vollem Gange und auch jetzt wird es viele erste Male geben, bei denen wir sie begleiten dürfen.
Mit jedem Lebensjahr schaut man nicht nur auf Veränderungen des Kindes, sondern sieht auch, was mit einem selbst passiert ist und damit meine ich gar nicht die optischen Veränderungen. Sie hat so viel mit uns gemacht und was jetzt noch kommen mag, lässt uns nur über uns hinauswachsen und schweißt uns als Familie zusammen. Ich freue mich auf das nächste Lebensjahr, es gibt so viel zu erleben, zu zeigen und zu entdecken <3.
Happy Birthday my big babygirl!

Veröffentlicht von Monika

Das ist ein Text über die Gründerin und Autorin von Dailymoments.de

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