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2017

Das neue Jahr ist schon einige Tage alt und erst jetzt, nach den ereignisreichen letzten zwei Wochen mit viel Besuch, Organisation und Feierei, komme ich dazu, ein bisschen runter zu kommen und das vergangene Jahr Revue passieren zu lassen. Viel Zeit bleibt mir nicht, denn es geht eigentlich genauso weiter wie ich das von den letzten Monaten gewöhnt war: ein Termin jagt den anderen und der Stresspegel bleibt.
Tja, 2017 war ein Jahr, das völlig anders kam als erwartet. Es war nicht grundsätzlich schlecht, aber es löst auch kein Wow in mir aus, weil ich die vielen unerreichten Ziele und unnötigen Stolperfallen, Hindernissen, Selbstzweifel, Tiefphasen und Ängste vor mir habe, die ich in 2017 immer und immer wieder durchlebt habe. Das einzig Positive ist: Ich bin immer wieder aufgestanden, obwohl ich wusste, gleich um die Ecke lauert der nächste Schlag in die Fresse. Ich habe keine meiner Ziele, die ich mir in der Silvesternacht 2016 vorgenommen habe, auch nur ansatzweise erreicht: meine Masterarbeit lag ca. 250 Tage unberührt in der Schublade und existierte nur in Form eines angelegten Ordners, der nur den Anschein erwecken sollte, dass ich ja doch irgendwie daran arbeite und der mir nur dazu diente, dass ich das Studium nicht vergesse. Damit geriet mein gewünschter Übergang zur Festanstellung in weite Ferne und die Enttäuschung über mich selbst, mein gelobtes Zeitmanagement, das bisher sehr gut funktionierte, war riesig. Egal wie ich es machte, ich bekam nicht die Kurve und dann kam ein Moment, in dem ich mich entschied, mir den Druck zu nehmen: ich setzte mir keine Deadline mehr. Denn durch den Druck bin ich unglaublich dünnhäutig, man kann es fast schon impulsiv nennen, geworden und war in meinen Handlungen meinem Umfeld gegenüber nicht immer fair. Bei kleinsten Problemen explodierte ich oder fühlte mich angegriffen. Ich habe nur das unfassbare Glück, dass Familie und Freunde so unglaublich geduldig mit mir sind und keiner nachtragend ist.

Permanente Unruhe, Schlaflosigkeit, Zweifel, Stress, unzählige angefangene Projekte und Pläne, die irgendwo vor sich hinsiechten, aber auch der Druck, weiterhin Verantwortung für unsere Familie zu übernehmen, immer da zu sein, in vollem Umfang und so oft es geht zu arbeiten, gleichzeitig an der Uni sein und in allen Bereichen gleich gut zu sein, nahm mir meine komplette Energie. 2017 war ich mir selbst das größte Hindernis, denn ich bremste mich selbst ständig aus und schaffte mir Steine, die auf meinem Weg so nie lagen. Es gab auch die schönen Momente, dank Familie und Freunde, die trotz allem immer da waren, aber die Unruhe überwog deutlich im letzten Jahr. Einen Plan, wie ich das 2018 anders angehen kann, habe ich nicht. Noch nicht.

Ich versuche keine großen Erwartungen an mich zu haben und das neue Jahr ohne groß angekündigte Vorsätze und Ziele anzugehen. Die paar Vorsätze, die ich habe, behalte ich lieber für mich, um die Enttäuschung nirgends festzuhalten, falls es doch wieder anders kommt. Ich werde das neue Jahr so nehmen wie es kommt und tun, was zu tun ist. Vielleicht versuche ich einfach mehr in mich hineinzuhören, die Momente intensiver zu genießen und ein paar eingeschlichene Gewohnheiten loszuwerden. Ich freue mich zwar auf das neue Jahr und die neuen spannenden Aufgaben, die auf mich warten, aber es ist eine vorsichtige Vorfreude. Erst einmal muss ich ein bisschen Kraft tanken und zu mir kommen, um neue Motivation zu gewinnen.

Dennoch wünsche ich euch ein frohes, erfolgreiches, aber vor allem gesundes neues Jahr.

Alles Liebe
eure Monika

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