Letzte Woche: Startklar für den Frühling

Es ist Mittwoch und ich habe mir für heute frei genommen; kurz durchschnaufen, ein paar Erledigungen machen und später hole ich Emilie früher aus der KiTa und wir gehen zusammen ins Hallenbad. Darauf freuen wir uns beide seit einigen Tagen, da wir es ihr schon länger versprochen hatten, aber durch einen kurzen Fieber- und Wachstumsschub dann auf heute verlegen mussten.
Die letzten zwei Wochen, samt Ostern, waren vollgepackt mit Familie, Arbeit, Uni und frühlingshaften Umstrukturierungen in der Wohnung. Wie oft wir bei Obi und IKEA die letzten Tage, und auch insgesamt seit dem Einzug waren, der im Übrigen jetzt über ein Jahr her ist, kann man an zwei Händen nicht mehr abzählen. Aber jetzt ist der Balkon endlich fertig und startklar für die hoffentlich bald warmen Temperaturen. Letztes Jahr haben wir uns nur Sonnenliegen besorgt, die wir aber aufgrund einer Rückrufaktion zurückgegeben haben und es dann doch insgesamt schöner fanden, den Balkon mit einer Sitz- und Essmöglichkeit auszustatten, um morgens oder abends im „zweiten Wohnzimmer“ essen zu können. Auch von den vielen Gemüse- und Kräuterpflanzen haben wir uns dieses Jahr aufgrund des hohen Pflegeaufwands verabschiedet und nur ein paar pflegeleichte bzw. langlebige Freunde hingestellt. Wir haben neben den Balkonmöbeln auch noch im Schlafzimmer einiges neu hinzugekauft, um endlich Platz zu schaffen. Mein heiß geliebtes Regal von String hat endlich einen Platz bekommen und auch sonst konnten wir Ordnung und Struktur schaffen. Aber das war nicht unser letzter Besuch beim Schweden. Der nächste ist schon in Planung, irgendwann Mitte/Ende Mai.
Das Wochenende haben wir anders verbracht als geplant. Ich habe am Freitag endlich meine allerletzte Hausarbeit abgegeben, die ich dank Prokrastination immer wieder vor mir hergeschoben habe. Ich war sogar mal 3 Tage vor offiziellem Abgabedatum fertig. Jetzt sitze ich an meiner Masterthesis, der Wahnsinn ist also noch nicht vorbei, aber ein Ende ist in Sicht. Es war dennoch ein großartiges Gefühl: Nun darf ich mich scheinfrei nennen! Am Samstag war unser Testessen für die Hochzeit geplant, aber weil Emilie schon am Donnerstag mit Fieber früher abgeholt werden musste und am Freitag immer noch Fieber und Schlappheit zu kämpfen hatte, haben wir den Termin auf Ende Mai verschoben, damit sie sich richtig auskurieren konnte. Deshalb haben wir Berge von Wäsche gewaschen, Möbel aufgebaut, geputzt und andere Dinge im Haushalt erledigt, die durch den Stress und die Abwesenheit ein wenig vernachlässigt wurden. Am Sonntag kündigte sich ein kurzer Besuch von der Familie an, da haben wir ausgiebig gekocht (Preiselbeer-Schnitzel mit Schafskäse überbacken <3) und gebacken. Ich habe mich an einen Mandelkuchen mit Rhabarberkompott versucht (Rezept gibt es hier), und er war wirklich so gut, dass am Montag die Kuchenplatte schon leer war.
Insgesamt waren wir dann doch recht produktiv die letzten Tage, an einigen Sachen sitze ich noch fleißig, aber zum kommenden Wochenende wird auch das erledigt sein. Fühlt sich gut an, so klar und strukturiert in den nächsten Monat zu starten. Der Frühling und hoffentlich bald Sommer können kommen.

Studienende? Na endlich!

2017 will ich endlich meinen Master beenden!“ – So lautete der Beschluss irgendwann im Oktober letzten Jahres. Ich mein‘, ich habe sowieso schon überzogen, gelte vermutlich als verpönte Langzeitstudentin. Mit 27 wird es endlich Zeit. Vor der 28 will ich den Abschluss in der Tasche haben und das Kapitel „Studium“ abschließen. Für mich also eine knappe Deadline, die ich jetzt einhalten will. Ich hatte einige Kurse geschoben, mir bei der Absolvierung von Leistungsnachweisen enorm viel Zeit gelassen, und vor allem nach der Geburt von Emilie, eine Pause gegönnt. Aber ich mache mir keinen Vorwurf, dass ich mein Studium recht frei und oft auch familiengerecht gestaltet habe.
Als ich im Oktober beschloss, das Studium endlich zu Ende zu bringen, fehlte mir noch die Anerkennung meines Praxissemesters und das richtige Thema, mit dem ich mich beschäftigen werde. Denn wenn ich mich 6 Monate mit etwas intensiv befassen will, dann nur, weil mich das wirklich interessiert und ich darin einen Mehrwert für die Forschung sehe. Das hat sich ein wenig gezogen, weil gewisse Prozesse an der Universität noch sehr langsam ablaufen. Mein erstes und favorisiertes Thema wurde bei zwei Professoren nicht angenommen und in der Germanistik mag sich niemand ein hundertstes Mal mit Goethe beschäftigen. Bis man also ein Thema gefunden hat, die Bibliographien stehen, man genug Materialien zusammen hat, um eine Leitfrage zu konstruieren, können manchmal einige Wochen vergehen. Bis gestern. Gestern habe ich meine Anmeldung ausgefüllt, und arbeite gerade an einem vorläufigen Expose. Das alles muss in paar Tagen dann nur noch am richtigen Ort unterschrieben und abgegeben werden und dann geht es auch schon los. Ob ich Angst habe? TOTAL! Ich hatte schon beim Bachelor enorm gezweifelt, ob ich es denn je schaffen würde, aber dieses Mal ist es eine andere, noch weitaus schwerere Herausforderung. Mit Kind war das Studium nicht immer einfach – es gab Wochen, da wollte ich einfach nur alles hinschmeißen – aber rückblickend nicht unmöglich. Ich nehme die Herausforderung an, es ist ein letzter Schritt, und bin dank‘ Rückhalt von Familie und Freunden positiv gestimmt, den Abschluss zu schaffen.