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Bloggst du noch oder lebst du schon?

Seit langem ist es das erste Mal, dass ich an meinem Mac sitze und hier einen Eintrag tippe. Das fühlt sich echt komisch an wieder zu bloggen und die noch leere Seite mit Inhalt zu füllen.
Eigentlich war ich gar nicht wirklich weg, Instagram sei dank, aber es fühlt sich wie eine halbe Ewigkeit an, die ich nicht mehr hier war. Ich habe die kurze Blogpause genutzt, um mir einige Gedanken zu machen, wie die Zukunft hier aussehen soll, aber auch, um im Hintergrund einiges aufzuräumen und zu bereinigen. Es war mal bitter nötig. Letztendlich habe ich mich von Fashionfreakwithheart getrennt, weil ich mich mit den Inhalten und dem Namen gar nicht mehr identifizieren konnte.
Dass ich dann doch aufgehört habe zu bloggen, war nicht mein Plan. Deshalb habe ich auch keinen Abschied verkündet, wie das so oft in der Vergangenheit war. Es hat sich irgendwann so ergeben, dass ich immer weniger Zeit hierfür gefunden habe. Mein Leben spielte sich offline ab, und mit dem Zeitmangel fehlte irgendwann auch die Kreativität, sodass ich das Projekt einfach liegen gelassen habe, in der Hoffnung, dass ich zeitnah eine Lösung finde.
Die Lösung hatte ich so schnell nicht parat, denn mein Terminkalender schien immer voller zu werden. Zugegeben, mir hat das Schreiben stets gefehlt, war doch mein Blog immer eine Art Ausgleich für mein Privatleben und daher auch wie ein digitales Tagebuch, aber egal wie sehr ich mich bemühte, es klappte einfach nicht. Neben der Problematik mit der Zeit hatte ich noch noch ein ganz anderes Dilemma: Was will ich hier noch erzählen? Ist in dieser Szene, die mittlerweile übersättigt ist, überhaupt noch Platz für mich? Bin ich mittlerweile zu alt dafür? Will ich (wieder) ein Teil dieses Kreislaufs sein, mit all den positiven, aber auch negativen Seiten? Welche Inhalte möchte ich produzieren?

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Dass die Zeit nicht stehen geblieben ist, und wir nicht mehr 2004 haben, als man Outfits im verdreckten Spiegel im Kinderzimmer schoss, ist mir bewusst, aber zeitweise fühlte ich mich echt verloren, wenn ich mich nach links und rechts umdrehte. Wirklich alles hat sich verändert und diese Entwicklung(en) musste ich auch erst einmal verstehen und akzeptieren, was mir nicht immer leicht fiel.
Es dauerte ein wenig, bis mir klar wurde, dass ich gar nichts muss und da ich hier mein eigener Chef bin, stets die freie Wahl über alles habe. Mir den Druck selbst zu nehmen, brachte mir die Erkenntnis, dass ich hier im Prinzip tun und lassen kann was ich will, ohne mich ständig fragen zu müssen, was die Anderen wollen. Das mag vielleicht nicht wirtschaftlich sein, in Zeiten, in denen der Blog ja was abwerfen muss, damit es sich überhaupt lohnt, aber diese Tatsache gibt mir die Freiheit und damit auch wieder den Spaß am bloggen zurück. Ein bisschen fühlt es sich an wie damals, als man frisch mit dem Bloggen begann.
Natürlich ist es schön, wenn die eigene Plattform gerne gelesen wird, darüber freue ich mich auch, aber ich will Zahlen und Statistiken so wenig wie möglich Raum bieten, denn ein persönlicher Mehrwert lässt sich daran so gut wie gar nicht festmachen. Diese Veränderung ist mir übrigens am übelsten aufgestoßen, aber darüber habt ihr bestimmt schon genug gehört und gelesen.
Also, was will ich denn jetzt eigentlich? Ich habe mir die Frage Stück für Stück selbst beantworten müssen und habe mir dafür die Zeit genommen, die ich für eine Neuorientierung brauchte. Ich will den Blog so gestalten, wie ich ihn selbst gerne lesen würde. Und wenn es da draußen Leserinnen und Leser gibt, die das genauso gerne tun, dann freut mich das. Aber ich will nicht mehr unter Druck stehen und ständig das Gefühl haben, dass ich hier Inhalte produzieren muss. Mit dieser Entscheidung hatte ich wieder eine gute Grundlage. Und plötzlich konnte es mir nicht schnell genug gehen.
Jetzt bin ich wieder hier, und habe Lust in die Tasten zu hauen, Geschichten zu erzählen und den Blog mit wunderbaren Inhalten zu füllen. Was das sein wird, wird die Zeit zeigen. Ich lasse mich, genauso wie euch, einfach mal überraschen <3.